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Wie testet man eine Website auf Barrierefreiheit ohne technisches Wissen?

Herausgegeben von Decareto
·
4 Minuten lesen
·
Oktober 2, 2026
Person mit Sehbehinderung an einem modernen Laptop mit blau leuchtendem Interface an einem minimalistischen weißen Schreibtisch.
Inhaltsübersicht

Eine Website auf Barrierefreiheit zu testen ist auch ohne technisches Vorwissen möglich: Kostenlose Browser-Tools und automatisierte Scan-Dienste analysieren Ihre Seite in wenigen Minuten und zeigen konkrete Probleme auf. Wichtig zu wissen: Automatische Tests decken typischerweise rund 30 bis 40 Prozent aller möglichen Barrieren auf. Für eine vollständige Prüfung braucht es zusätzlich manuelle Tests oder Fachkenntnis. Die folgenden Fragen erklären Schritt für Schritt, wie Sie vorgehen, was die Ergebnisse bedeuten und wann Sie professionelle Unterstützung hinzuziehen sollten.

Welche kostenlosen Tools gibt es für Barrierefreiheitstests?

Für einen ersten Barrierefreiheitstest einer Website stehen mehrere kostenlose Tools zur Verfügung. Die bekanntesten sind WAVE (Web Accessibility Evaluation Tool), Google Lighthouse (direkt im Chrome-Browser integriert) und die axe DevTools-Browsererweiterung. Alle drei lassen sich ohne Installation oder technisches Vorwissen nutzen und liefern sofort verwertbare Hinweise.

  • WAVE: Sie geben Ihre URL auf wave.webaim.org ein und erhalten eine visuelle Übersicht direkt auf der Seite. Fehler, Warnungen und strukturelle Elemente werden farblich markiert.
  • Google Lighthouse: Im Chrome-Browser öffnen Sie die Entwicklertools (F12), wechseln zum Tab „Lighthouse“ und starten einen Accessibility-Scan. Das Tool bewertet Ihre Seite auf einer Skala von 0 bis 100.
  • axe DevTools: Die kostenlose Browsererweiterung für Chrome und Firefox markiert Probleme direkt im Quellcode und erklärt, welche WCAG-Kriterien verletzt werden.
  • Colour Contrast Analyser: Ein kostenloses Desktop-Programm, das speziell für den WCAG-Kontrastcheck von Text- und Hintergrundfarben gedacht ist.

Diese Tools helfen, offensichtliche Schwachstellen schnell zu identifizieren. Sie sind jedoch punktuelle Lösungen: Sie prüfen in der Regel nur die aufgerufene Seite, erstellen keine Gesamtdokumentation und bieten keine Möglichkeit, Hunderte von Unterseiten systematisch zu überwachen. Für einzelne Schnellchecks sind sie dennoch ein guter Einstieg.

Was prüft ein automatischer Barrierefreiheitstest, und was nicht?

Ein automatischer Web Accessibility Check erkennt technische Barrieren, die sich durch Code-Analyse zuverlässig feststellen lassen. Dazu gehören fehlende Alt-Texte bei Bildern, unzureichende Farbkontraste, fehlende Formular-Labels, falsch eingesetzte ARIA-Attribute und eine nicht korrekt ausgezeichnete Seitenstruktur (Überschriftenhierarchie). Diese Probleme lassen sich automatisiert und konsistent prüfen.

Was automatische Tests erkennen

  • Fehlende oder leere Alt-Attribute bei Bildern
  • Unzureichende Farbkontraste zwischen Text und Hintergrund (WCAG-Kontrastprüfung)
  • Nicht beschriftete Formularfelder und Schaltflächen
  • Fehlende Sprachauszeichnung im HTML
  • Falsch verschachtelte Überschriften (H1, H2, H3)
  • Links ohne aussagekräftigen Linktext
  • Fehlende Fokus-Indikatoren bei interaktiven Elementen

Was automatische Tests nicht erkennen

  • Tastaturnavigation: Ob sich eine Website vollständig ohne Maus bedienen lässt, muss manuell geprüft werden.
  • Screenreader-Kompatibilität: Ob ein Screenreader Inhalte sinnvoll vorliest, lässt sich nur durch tatsächliche Nutzung mit einem Screenreader feststellen.
  • Verständlichkeit von Texten: Ob Inhalte in einfacher, verständlicher Sprache verfasst sind, entzieht sich der automatischen Analyse.
  • Komplexe Interaktionen: Mehrstufige Formulare, Slider oder Modaldialoge müssen manuell auf Bedienbarkeit geprüft werden.
  • PDF-Inhalte und Dokumente: Angehängte Dateien werden von den meisten Tools nicht analysiert.

Das bedeutet: Automatische Tests sind ein wichtiger erster Schritt, aber kein vollständiger Ersatz für eine manuelle Prüfung. Wer eine Barrierefreiheitsprüfung für rechtliche Zwecke dokumentieren möchte, sollte beide Methoden kombinieren.

Wie liest man die Ergebnisse eines Barrierefreiheits-Scans richtig?

Die Ergebnisse eines Barrierefreiheits-Scans sind in der Regel nach Schweregrad gegliedert. Typische Kategorien sind Kritisch, Schwerwiegend, Mittel und Geringfügig. Beginnen Sie immer mit den kritischen Problemen, da diese grundlegende Funktionen blockieren und das größte Risiko für Nutzende mit Behinderungen darstellen.

Konkret bedeuten die Schweregrade in der Praxis:

  • Kritisch: Eine Funktion ist für bestimmte Nutzergruppen vollständig unzugänglich, etwa wenn ein Login-Formular nicht per Tastatur bedienbar ist.
  • Schwerwiegend: Wesentliche Aufgaben sind stark eingeschränkt, zum Beispiel durch unlesbaren Kontrast auf wichtigen Schaltflächen.
  • Mittel: Die Nutzung ist erschwert, aber es gibt Workarounds, etwa bei nicht optimalen Linktexten.
  • Geringfügig: Eher kosmetische Probleme ohne direkte Nutzungsbarriere, zum Beispiel kleinere semantische Ungenauigkeiten.

Zu jedem gefundenen Problem sollte der Scan-Report auch angeben, welches WCAG-Kriterium verletzt wird (zum Beispiel 1.4.3 für Kontrast oder 1.1.1 für Alt-Texte) und auf welchen Unterseiten das Problem auftritt. Gute Reports enthalten zudem konkrete Handlungsempfehlungen, also nicht nur die Fehlerbeschreibung, sondern auch einen Hinweis, wie das Problem behoben werden kann. Wenn Sie die Ergebnisse mit Entwicklerinnen oder Entwicklern teilen, sind diese konkreten Hinweise besonders wertvoll.

Welche Barrierefreiheitsanforderungen gelten für Websites in Deutschland?

In Deutschland gelten für Websites im Jahr 2026 zwei zentrale Regelwerke: das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) für private Anbieter und die BITV 2.0 für öffentliche Stellen. Beide orientieren sich an den internationalen WCAG-Richtlinien (Web Content Accessibility Guidelines), aktuell in der Version 2.1 auf Konformitätsniveau AA.

Das BFSG setzt den European Accessibility Act (EAA) in deutsches Recht um und gilt seit Juni 2025 für viele Unternehmen, die digitale Produkte und Dienstleistungen anbieten, darunter E-Commerce-Shops, Banking-Apps und ähnliche Angebote. Öffentliche Stellen waren bereits früher zur Barrierefreiheit verpflichtet und müssen die BITV 2.0 einhalten, die inhaltlich eng mit den WCAG 2.1 AA verknüpft ist.

Wichtig zu verstehen: Das Bestehen eines automatischen Scans bedeutet nicht automatisch rechtliche Konformität. Automatisierte Tests prüfen typischerweise einen Teil der technisch messbaren Kriterien. Ob eine Website alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt, kann nur durch eine umfassende Prüfung, gegebenenfalls mit Unterstützung von Fachleuten, festgestellt werden. Für viele Unternehmen ist eine BITV-Prüfung durch einen anerkannten Prüfdienst der sicherste Weg, den Compliance-Stand zu dokumentieren.

Pflicht ist außerdem eine öffentlich zugängliche Barrierefreiheitserklärung auf der Website, die den Stand der Umsetzung, bekannte Mängel und Kontaktmöglichkeiten für Rückmeldungen ausweist.

Wann reicht ein automatischer Test, und wann braucht man Experten?

Ein automatischer Barrierefreiheitstest reicht aus, wenn Sie sich einen ersten Überblick verschaffen, offensichtliche technische Schwachstellen identifizieren oder den Fortschritt nach Korrekturen dokumentieren möchten. Für interne Qualitätssicherung und regelmäßiges Monitoring ist er ein effizientes Werkzeug.

Experten sind in folgenden Situationen notwendig:

  • Rechtliche Nachweispflicht: Wenn Sie eine formal anerkannte Barrierefreiheitserklärung oder ein Prüfgutachten benötigen, reicht ein automatischer Scan allein nicht aus.
  • Komplexe Webanwendungen: Bei interaktiven Elementen, Single-Page-Applications oder dynamischen Inhalten sind manuelle Tests durch Fachleute unerlässlich.
  • Screenreader-Tests: Die Kompatibilität mit assistiven Technologien lässt sich nur durch tatsächliche Nutzung mit Screenreader-Software zuverlässig bewerten.
  • Nutzertests mit betroffenen Personen: Für ein vollständiges Bild der tatsächlichen Zugänglichkeit empfehlen sich Tests mit Nutzenden, die auf assistive Technologien angewiesen sind.

Eine sinnvolle Strategie kombiniert beide Ansätze: Automatische Scans für laufendes Monitoring und die Identifikation technischer Probleme, manuelle Prüfungen für die Bereiche, die Maschinen nicht erfassen können. So erzielen Sie eine gute Abdeckung, ohne unnötige Ressourcen zu binden.

Wie oft sollte man eine Website auf Barrierefreiheit testen?

Eine Website sollte mindestens einmal jährlich vollständig auf Barrierefreiheit geprüft werden. Darüber hinaus empfiehlt sich ein automatischer Scan nach jedem größeren Update, Relaunch oder der Einführung neuer Funktionen. Websites verändern sich kontinuierlich, und neue Inhalte oder technische Änderungen können jederzeit neue Barrieren einführen.

Für Websites mit häufigen Inhaltsaktualisierungen, zum Beispiel Online-Shops oder Nachrichtenportale, ist ein kontinuierliches Monitoring sinnvoll. Dabei werden Seiten in regelmäßigen Abständen automatisch gescannt und Verantwortliche bei neu auftretenden Problemen benachrichtigt. So lassen sich Barrieren frühzeitig erkennen, bevor sie sich häufen oder rechtliche Risiken entstehen.

Konkrete Anlässe für einen unmittelbaren Test sind:

  • Launch einer neuen Website oder eines neuen Bereichs
  • Einführung eines neuen Content-Management-Systems oder Themes
  • Integration neuer Drittanbieter-Dienste oder Widgets
  • Änderungen am Farbschema oder an der Navigation
  • Hinzufügen neuer Seitentypen, Formulare oder interaktiver Elemente

Dokumentieren Sie die Testergebnisse über die Zeit. Ein Verlauf der Scan-Ergebnisse zeigt, ob Maßnahmen gewirkt haben, und ist bei Bedarf ein Nachweis für Fortschritte gegenüber Kunden, Behörden oder Geschäftspartnern.

So unterstützt decareto beim Barrierefreiheitstest Ihrer Website

Wer Websites systematisch und effizient auf Barrierefreiheit prüfen möchte, ohne selbst tief in WCAG-Kriterien oder Code einzusteigen, findet in decareto eine passende Lösung. Unsere Plattform richtet sich an Agenturen, Datenschutzbeauftragte und Compliance-Teams, die mehrere Websites betreuen und dabei Aufwand und Rechtssicherheit im Blick behalten müssen.

Was decareto konkret bietet:

  • Automatisierte Scans nach WCAG, BITV und BFSG: Wir prüfen nicht nur einzelne Seiten, sondern ganze Websites inklusive Unterseiten und passwortgeschützter Bereiche.
  • Priorisierte Ergebnisse mit konkreten Handlungsempfehlungen: Jedes gefundene Problem wird nach Schweregrad eingestuft und mit verständlichen Lösungshinweisen versehen, die auch Nicht-Entwickler nachvollziehen können.
  • Kontinuierliches Monitoring: Hunderte Websites lassen sich dauerhaft überwachen. Bei Änderungen erhalten Sie automatische Benachrichtigungen, sodass neue Barrieren sofort erkannt werden.
  • Manuelle Tests dokumentieren: Barrieren, die automatisch nicht erkannt werden können, lassen sich direkt in decareto erfassen und dem Report hinzufügen.
  • Reports teilen und Whitelabel: Prüfberichte können direkt mit Kunden geteilt werden, auch unter eigenem Logo als Whitelabel-Lösung.
  • Barrierefreiheitserklärung (Coming Soon): Aus den Scan-Ergebnissen generieren wir eine vorausgefüllte Barrierefreiheitserklärung mit allen gesetzlich geforderten Angaben.

Agenturen und Compliance-Teams können mit decareto den Aufwand für Web-Audits typischerweise um bis zu 70 Prozent reduzieren. Testen Sie unseren Barrierefreiheits-Test direkt oder erstellen Sie jetzt ein kostenloses Konto, um Ihre erste Website zu scannen.

Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt und könnte Fehler beinhalten.

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