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Was ist der Unterschied zwischen BITV-Prüfung und WCAG-Test?

Herausgegeben von Decareto
·
4 Minuten lesen
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Oktober 21, 2026
Holografisches Compliance-Dashboard schwebt im Büro, zwei leuchtende Dokumentenrahmen verschmelzen zu einer einheitlichen Oberfläche in Neonblau.
Inhaltsübersicht

Der Hauptunterschied zwischen einer BITV-Prüfung und einem WCAG-Test liegt im Anwendungsbereich: Die WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) ist der internationale Basisstandard für digitale Barrierefreiheit, während die BITV (Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung) eine deutsche Verordnung ist, die auf der WCAG aufbaut und primär für öffentliche Stellen gilt. Für private Unternehmen ist seit 2025 vor allem das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) relevant, das ebenfalls auf WCAG-Anforderungen verweist. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um beide Standards und zeigt, wann welcher Ansatz sinnvoll ist.

Worauf basiert die BITV und wie verhält sie sich zur WCAG?

Die BITV basiert direkt auf der WCAG und übernimmt deren Erfolgskriterien als verbindliche Grundlage. Die WCAG ist ein internationaler Standard des World Wide Web Consortium (W3C), der in der aktuellen Version 2.2 auf 13 Richtlinien und vier Grundprinzipien aufbaut: Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit. Die BITV setzt diese Anforderungen in deutsches Recht um und konkretisiert sie für den öffentlichen Sektor.

Die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung gilt in Deutschland für Bundesbehörden und öffentliche Stellen. Sie schreibt vor, dass deren Websites und mobile Anwendungen die Anforderungen der WCAG auf Konformitätsstufe AA erfüllen müssen. Ergänzend verlangt die BITV eine Barrierefreiheitserklärung sowie einen Feedback-Mechanismus, über den Nutzerinnen und Nutzer Barrieren melden können.

Die WCAG selbst kennt drei Konformitätsstufen:

  • Stufe A: Mindestanforderungen, ohne die eine Website für bestimmte Nutzergruppen nicht nutzbar ist
  • Stufe AA: Der in der Praxis maßgebliche Standard, den sowohl BITV als auch BFSG fordern
  • Stufe AAA: Höchste Anforderungen, die in der Praxis selten vollständig erreichbar sind

Ein WCAG-Test prüft also die Grundlage, auf der auch die BITV-Prüfung aufbaut. Wer eine BITV-Prüfung besteht, erfüllt damit in der Regel auch die zentralen WCAG-Anforderungen auf AA-Niveau.

Was prüft ein WCAG-Test konkret?

Ein WCAG-Test überprüft, ob eine Website die Erfolgskriterien der Web Content Accessibility Guidelines erfüllt. Dazu gehören technische und inhaltliche Aspekte: Farbkontraste, Alternativtexte für Bilder, Tastaturbedienbarkeit, Screenreader-Kompatibilität, Skalierbarkeit von Schrift sowie die logische Struktur des HTML-Codes. Der Test deckt sowohl automatisch erkennbare als auch manuell zu prüfende Kriterien ab.

Konkret umfasst ein WCAG-Test typischerweise folgende Prüfbereiche:

  • Wahrnehmbarkeit: Alternativtexte für Bilder, Untertitel für Videos, ausreichende Farbkontraste, keine rein farbbasierte Informationsvermittlung
  • Bedienbarkeit: Vollständige Tastaturbedienbarkeit, keine Zeitbeschränkungen ohne Alternativen, keine blinkenden Inhalte, die Anfälle auslösen könnten
  • Verständlichkeit: Die Sprache der Seite ist ausgezeichnet, Formulare haben klare Beschriftungen, Fehlerhinweise sind verständlich
  • Robustheit: Valides HTML, korrekte ARIA-Attribute, Kompatibilität mit assistiven Technologien wie Screenreadern

Wichtig zu wissen: Automatisierte Tools können viele technische Aspekte zuverlässig erkennen, etwa fehlende Alt-Texte, mangelhafte Kontraste oder fehlerhafte ARIA-Attribute. Andere Kriterien, wie ob ein Alternativtext sinnvoll formuliert ist oder ob alle Navigationselemente tatsächlich per Tastatur erreichbar sind, erfordern zusätzlich eine manuelle Prüfung. Ein gutes Ergebnis im automatisierten Barrierefreiheitstest ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für vollständige WCAG-Konformität.

Was prüft eine BITV-Prüfung konkret?

Eine BITV-Prüfung überprüft, ob eine Website die Anforderungen der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung erfüllt. Sie basiert inhaltlich auf den WCAG-Erfolgskriterien der Stufe AA, ergänzt diese aber um spezifische formale Anforderungen: das Vorhandensein einer Barrierefreiheitserklärung, einen funktionierenden Feedback-Mechanismus und die Einhaltung weiterer nationaler Vorgaben.

Gegenüber einem reinen WCAG-Test hat die BITV-Prüfung also einen erweiterten Prüfumfang:

  • Technische Barrierefreiheit nach WCAG 2.1 AA (und zunehmend 2.2)
  • Barrierefreiheitserklärung: Öffentlich zugängliches Dokument, das den Konformitätsstatus, bekannte Ausnahmen und Kontaktmöglichkeiten dokumentiert
  • Feedback-Mechanismus: Nutzerinnen und Nutzer müssen Barrieren melden können
  • Schlichtungsstelle: Hinweis auf die zuständige Schlichtungsstelle muss vorhanden sein

Die BITV-Prüfung ist damit formaler und dokumentationsorientierter als ein reiner WCAG-Test. Sie wird in der Regel von spezialisierten Dienstleistern durchgeführt und schließt sowohl automatisierte als auch manuelle Prüfschritte ein. Das Ergebnis ist kein binäres Bestanden oder Nichtbestehen, sondern eine strukturierte Bewertung des Ist-Zustands mit konkreten Handlungsempfehlungen.

Welcher Standard gilt für private Unternehmen durch das BFSG?

Für private Unternehmen gilt in Deutschland seit Juni 2025 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das den European Accessibility Act (EAA) in nationales Recht umsetzt. Das BFSG verweist auf die WCAG, nicht auf die BITV. Die BITV gilt weiterhin ausschließlich für öffentliche Stellen. Private Unternehmen, die unter das BFSG fallen, müssen ihre digitalen Produkte und Dienstleistungen nach WCAG-Kriterien zugänglich gestalten.

Das BFSG betrifft vor allem Unternehmen, die bestimmte digitale Produkte oder Dienstleistungen anbieten, darunter E-Commerce-Plattformen, Banking-Apps, Streaming-Dienste und ähnliche Angebote. Kleine Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und einem Jahresumsatz unter zwei Millionen Euro sind in vielen Fällen ausgenommen, sollten dies jedoch im Einzelfall prüfen.

Für die Praxis bedeutet das: Private Unternehmen, die ihre Website auf Barrierefreiheit prüfen möchten, orientieren sich an der WCAG 2.1 auf Konformitätsstufe AA als relevantem Maßstab. Eine BITV-Prüfung im formalen Sinne ist für sie nicht vorgeschrieben, die zugrunde liegenden technischen Anforderungen sind jedoch weitgehend identisch.

Wann sollte man BITV-Prüfung und wann WCAG-Test wählen?

Die Wahl zwischen BITV-Prüfung und WCAG-Test hängt in erster Linie vom Anwendungsbereich ab: Öffentliche Stellen und Behörden benötigen eine BITV-Prüfung, da sie gesetzlich dazu verpflichtet sind. Private Unternehmen, Agenturen und Berater, die Websites auf Barrierefreiheit testen möchten, setzen typischerweise auf einen WCAG-Test als Grundlage.

BITV-Prüfung: Wann sinnvoll?

Eine BITV-Prüfung ist dann die richtige Wahl, wenn es sich um eine öffentliche Institution handelt, die eine formale Konformitätserklärung benötigt und die gesetzlich vorgeschriebene Barrierefreiheitserklärung erstellen muss. Auch wenn ein Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden oder der Schlichtungsstelle erforderlich ist, empfiehlt sich eine vollständige BITV-Prüfung durch einen zertifizierten Prüfdienstleister.

WCAG-Test: Wann sinnvoll?

Ein WCAG-Test eignet sich für alle Szenarien, in denen es darum geht, Barrieren zu identifizieren und gezielt abzubauen, ohne eine formale Behördenzertifizierung zu benötigen. Das betrifft Agenturen, die Kundenprojekte prüfen, externe Datenschutz- und Compliance-Berater, die ihr Portfolio erweitern, sowie private Unternehmen, die ihre Anforderungen nach dem BFSG erfüllen möchten. Ein regelmäßiger WCAG-Test hilft dabei, Probleme frühzeitig zu erkennen und die Website auf barrierefreie Standards zu heben, bevor rechtliche Risiken entstehen.

Wie lassen sich BITV- und WCAG-Prüfungen automatisiert durchführen?

Automatisierte Tools können einen erheblichen Teil der WCAG- und BITV-relevanten Prüfkriterien zuverlässig erkennen. Dazu gehören fehlende Alternativtexte, unzureichende Farbkontraste, fehlerhafte ARIA-Attribute, nicht ausgezeichnete Sprachen und viele weitere technische Aspekte. Automatisierte Tests sparen Zeit und ermöglichen es, große Mengen von Unterseiten systematisch auf Barrierefreiheit zu prüfen.

Allerdings gilt eine wichtige Einschränkung: Kein automatisierter Test kann die Barrierefreiheit einer Website allein gewährleisten. Bestimmte Kriterien lassen sich nur manuell beurteilen, zum Beispiel:

  • Ob Alternativtexte inhaltlich sinnvoll und beschreibend sind
  • Ob alle Navigationselemente tatsächlich per Tastatur erreichbar sind
  • Ob die sichtbare Reihenfolge auf der Seite der HTML-Struktur entspricht
  • Ob Inhalte für Screenreader-Nutzerinnen und -Nutzer verständlich vorgelesen werden

Die Web Accessibility Initiative (WAI) empfiehlt deshalb eine Kombination aus automatisierten und manuellen Tests. Ein guter Risiko-Score im automatisierten Scan ist ein wichtiger erster Schritt, ersetzt aber keine vollständige manuelle Prüfung. Professionelle Barrierefreiheitstools ermöglichen es, manuell gefundene Probleme direkt in den Prüfbericht aufzunehmen, um ein vollständiges Bild zu erhalten.

So unterstützt decareto bei WCAG- und BITV-Prüfungen

Wir bei decareto bieten eine automatisierte Accessibility-Software, die Websites systematisch auf Barrierefreiheit prüft und dabei die Anforderungen von WCAG, BITV und BFSG berücksichtigt. Unsere Lösung richtet sich an Agenturen, externe Berater, Datenschutzbeauftragte und Compliance-Teams, die ihre Kunden effizient und skalierbar unterstützen möchten.

Was decareto konkret bietet:

  • Automatisierte Barrierefreiheits-Scans von Startseiten und Unterseiten, inklusive passwortgeschützter Bereiche, in Minuten statt Stunden
  • Erkennung von rund 90 Barriere-Typen, von fehlenden Alt-Texten über ARIA-Fehler bis zu Kontrastproblemen, orientiert an WCAG 2.1 und vorbereitet auf 2.2
  • Priorisierung nach Schweregrad mit konkreten Handlungsempfehlungen, damit Sie wissen, wo Sie zuerst ansetzen sollten
  • Manuelles Erfassen von Problemen, die automatisierte Tests nicht erkennen können, direkt im Report
  • Dauerhafte Überwachung von Hunderten Websites mit automatischen Benachrichtigungen bei Änderungen
  • Barrierefreiheitserklärung auf Basis der Scan-Ergebnisse, wie sie das BFSG vorschreibt
  • Whitelabel-Reports, die Sie direkt unter Ihrem eigenen Logo an Kunden weitergeben können

Ein gutes Scan-Ergebnis bedeutet, dass typischerweise keine automatisch erkennbaren Barrieren vorliegen. Es ersetzt keine vollständige manuelle Prüfung und stellt keine rechtliche Konformitätsbescheinigung dar. Aber es gibt Ihnen und Ihren Kunden eine solide, strukturierte Grundlage für die weitere Arbeit an der Barrierefreiheit. Testen Sie decareto und führen Sie Ihren ersten Website-Barrierefreiheitstest durch oder erstellen Sie jetzt Ihren Account.

Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt und könnte Fehler beinhalten.

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