Ein Barrierefreiheits-Audit für Unterseiten funktioniert so: Jede relevante Seite einer Website wird systematisch anhand der geltenden Prüfkriterien nach WCAG, BITV und BFSG auf digitale Barrieren untersucht. Da Unterseiten häufig abweichende Layouts, Formulare oder interaktive Elemente enthalten, reicht eine Prüfung der Startseite allein nicht aus. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um den Ablauf, die Prüfkriterien und die praktische Umsetzung eines solchen Accessibility-Audits.
Welche Unterseiten müssen bei einem Barrierefreiheits-Audit geprüft werden?
Bei einem Barrierefreiheits-Audit müssen grundsätzlich alle Unterseiten geprüft werden, die für Nutzerinnen und Nutzer zugänglich sind und relevante Inhalte oder Funktionen bereitstellen. Dazu zählen Produktseiten, Kontaktformulare, Loginbereiche, Checkout-Prozesse und alle weiteren Seiten, auf denen Nutzer mit der Website interagieren.
In der Praxis empfiehlt sich eine risikobasierte Priorisierung: Seiten mit hohem Traffic, kritischen Funktionen oder komplexen Interaktionselementen sollten zuerst geprüft werden. Dennoch gilt für eine vollständige Compliance-Prüfung im Sinne des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG), dass eine repräsentative Stichprobe aller Seitentypen abgedeckt sein muss.
Folgende Seitentypen sind besonders prüfungsrelevant:
- Startseite und Hauptnavigation
- Produkt- und Dienstleistungsseiten
- Kontaktformulare und Anmeldeseiten
- Checkout- und Bezahlprozesse
- Suchergebnisseiten
- Rechtliche Pflichtseiten (Datenschutzerklärung, Impressum, Barrierefreiheitserklärung)
- Blog- und Contentseiten mit Medieninhalten
Passwortgeschützte Bereiche sind ebenfalls Teil des Audits, sofern sie öffentlich zugänglich gemacht werden sollen. Viele Audit-Tools ermöglichen inzwischen auch das Scannen solcher geschützten Bereiche.
Wie unterscheidet sich die Prüfung von Unterseiten von der Startseite?
Die Prüfung von Unterseiten unterscheidet sich von der Startseite vor allem durch die Vielfalt der eingesetzten Seitentypen, Layouts und Funktionen. Während die Startseite meist ein festes, gut gepflegtes Design aufweist, zeigen Unterseiten häufig abweichende Strukturen, dynamische Inhalte und komplexere Interaktionselemente.
Konkret bedeutet das: Eine Produktseite kann Bildkarussells, Akkordeons oder Tabs enthalten, die auf der Startseite gar nicht vorkommen. Ein Kontaktformular bringt eigene Anforderungen an Fehlermeldungen, Pflichtfeldkennzeichnungen und Tastaturnavigation mit sich. Eine Checkout-Seite wiederum muss sicherstellen, dass Nutzer mit assistiven Technologien jeden Schritt des Kaufprozesses vollständig abschließen können.
Häufige Unterschiede im Prüfumfang:
- Formularelemente: Unterseiten enthalten oft Formulare, die spezifische WCAG-Kriterien zu Beschriftungen, Fehlermeldungen und Fokusmanagement erfordern.
- Dynamische Inhalte: Produktfilter, Modaldialoge und AJAX-Ladeprozesse kommen auf Unterseiten häufiger vor und stellen besondere Anforderungen an ARIA-Attribute.
- Medieninhalte: Blog- oder Newsseiten enthalten Videos und Bilder, die Untertitel, Audiodeskriptionen oder Alt-Texte benötigen.
- Tabellenstrukturen: Vergleichsseiten oder Datentabellen erfordern korrekte semantische Auszeichnung.
Ein Barrierefreiheits-Test sollte deshalb nicht nur die Startseite erfassen, sondern alle relevanten Seitentypen systematisch einbeziehen.
Welche Prüfkriterien gelten für Unterseiten nach WCAG und BFSG?
Für Unterseiten gelten dieselben Prüfkriterien wie für die gesamte Website: die Erfolgskriterien der Web Content Accessibility Guidelines (WCAG), in Deutschland konkretisiert durch die BITV 2.0 und rechtlich verankert im BFSG. Angestrebt wird in der Regel Konformitätsstufe AA, die sowohl Level A als auch Level AA umfasst.
Die WCAG gliedern sich in vier Prinzipien, die auf jeder Unterseite gelten:
- Wahrnehmbar: Inhalte müssen für alle Sinne zugänglich sein, zum Beispiel durch Alt-Texte für Bilder, Untertitel für Videos und ausreichende Farbkontraste.
- Bedienbar: Alle Funktionen müssen per Tastatur erreichbar sein, Navigationselemente müssen klar strukturiert sein, und Nutzer müssen ausreichend Zeit für Interaktionen erhalten.
- Verständlich: Inhalte und Bedienung müssen nachvollziehbar sein, Fehler müssen klar kommuniziert werden.
- Robust: Inhalte müssen mit aktuellen und zukünftigen Hilfsmitteln kompatibel sein, was korrekte HTML-Semantik und ARIA-Auszeichnungen voraussetzt.
Das BFSG, das seit Juni 2025 für viele Unternehmen verbindlich ist, verpflichtet Anbieter digitaler Produkte und Dienstleistungen dazu, diese Anforderungen nachweisbar zu erfüllen und eine Barrierefreiheitserklärung zu veröffentlichen. Wichtig: Das Bestehen automatisierter Prüfungen entspricht nicht automatisch einer vollständigen rechtlichen Konformität. Automatisierte Tests decken typischerweise einen erheblichen Teil der technischen Prüfkriterien ab, können jedoch bestimmte inhaltliche oder kontextbezogene Anforderungen nicht vollständig beurteilen.
Wie läuft ein automatisiertes Barrierefreiheits-Audit für Unterseiten ab?
Ein automatisiertes Barrierefreiheits-Audit für Unterseiten läuft in mehreren Schritten ab: Die Software crawlt die Website, lädt jede Unterseite in einem gesteuerten Browser, analysiert den Quellcode und das gerenderte DOM auf Barrierefreiheitsprobleme und erstellt anschließend einen strukturierten Report mit priorisierten Handlungsempfehlungen.
Im Einzelnen durchläuft ein automatisiertes Audit typischerweise folgende Phasen:
- Crawling: Das Tool folgt der Linkstruktur der Website und erfasst alle erreichbaren Unterseiten. Dabei können Tiefe und Seitenanzahl konfiguriert werden.
- Rendering: Jede Seite wird in einem instrumentierten Browser vollständig geladen, sodass auch JavaScript-generierte Inhalte geprüft werden.
- Analyse: Das Tool prüft jede Seite auf Dutzende Barrieretypen, darunter fehlende Alt-Texte, fehlerhafte ARIA-Attribute, unzureichende Farbkontraste und mangelnde Tastaturnavigation.
- Priorisierung: Gefundene Probleme werden nach Schweregrad eingestuft, von kritisch (blockiert grundlegende Funktionen) bis geringfügig (kaum Auswirkung auf die Nutzung).
- Reporting: Der Report listet alle Probleme strukturiert auf, ordnet sie dem jeweiligen WCAG-Erfolgskriterium zu und liefert konkrete Hinweise zur Behebung.
Moderne Audit-Plattformen ermöglichen außerdem das Scannen passwortgeschützter Bereiche sowie die Dokumentation manuell erfasster Probleme, die automatische Tests nicht abdecken können. Reports lassen sich direkt mit Kunden teilen oder im Whitelabel-Format unter eigenem Logo ausgeben.
Was kann ein automatisiertes Audit erkennen, und was nicht?
Ein automatisiertes Barrierefreiheits-Audit kann technische Barrieren zuverlässig erkennen, die sich aus dem Quellcode und der Seitenstruktur ableiten lassen. Dazu gehören fehlende Alt-Texte, fehlerhafte ARIA-Rollen, unzureichende Farbkontraste, fehlende Formular-Labels und strukturelle HTML-Fehler. Was ein automatisiertes Tool typischerweise nicht vollständig beurteilen kann, sind inhaltliche und kontextbezogene Anforderungen.
Was automatisierte Audits zuverlässig erkennen
- Fehlende oder leere Alt-Attribute bei Bildern
- Falsch eingesetzte oder fehlende ARIA-Attribute und -Rollen
- Unzureichende Farbkontrastverhältnisse zwischen Text und Hintergrund
- Fehlende Beschriftungen bei Formularfeldern
- Nicht erreichbare Elemente per Tastaturnavigation (in vielen Fällen)
- Fehlende Sprachauszeichnung im HTML
- Strukturelle Probleme in Überschriftenhierarchien
- Fehlende Skip-Links und Landmarks
Was manueller Prüfung bedarf
- Verständlichkeit und Klarheit von Texten
- Sinnhaftigkeit von Alt-Texten (ob sie den Bildinhalt treffend beschreiben)
- Komplexe Interaktionen wie mehrstufige Dialoge oder Drag-and-Drop
- Barrierefreiheit von PDF-Dokumenten und anderen Nicht-HTML-Inhalten
- Tatsächliche Bedienbarkeit mit Screenreadern in der Praxis
- Kognitive Zugänglichkeit und logischer Informationsfluss
Professionelle Audit-Plattformen bieten deshalb die Möglichkeit, manuell erfasste Probleme direkt im Report zu dokumentieren und dem entsprechenden WCAG-Kriterium zuzuordnen. So entsteht ein vollständiges Bild des Barrierefreiheitsstatus, das sowohl automatisierte als auch manuelle Befunde berücksichtigt.
Wie oft sollten Unterseiten auf Barrierefreiheit geprüft werden?
Unterseiten sollten mindestens einmal jährlich einem vollständigen Barrierefreiheits-Audit unterzogen werden. Darüber hinaus empfiehlt sich eine kontinuierliche automatisierte Überwachung, die neue Barrieren erkennt, sobald Änderungen an der Website vorgenommen werden. Denn jedes Update, jedes neue Plugin oder jede neue Inhaltsseite kann neue Probleme einführen.
Folgende Ereignisse sollten zusätzliche Prüfungen auslösen:
- Website-Relaunches oder Redesigns: Strukturelle Änderungen können bestehende Barrierefreiheitslösungen aufheben.
- Neue Funktionen oder Seitentypen: Jede neue Unterseite oder Interaktionskomponente sollte vor dem Launch geprüft werden.
- CMS-Updates oder Plugin-Wechsel: Technische Änderungen am Unterbau der Website können unbemerkt Barrieren einführen.
- Beschwerden oder Rückmeldungen von Nutzern: Hinweise aus der Community sind wertvolle Signale für bisher unentdeckte Probleme.
Für Unternehmen, die unter das BFSG fallen, ist eine laufende Überwachung nicht nur sinnvoll, sondern auch aus Nachweispflichtperspektive empfehlenswert. Eine Barrierefreiheitserklärung muss den aktuellen Stand der Konformität widerspiegeln, was regelmäßige Prüfungen voraussetzt. Automatisierte Monitoring-Lösungen senden bei Änderungen Benachrichtigungen und dokumentieren den Verlauf, sodass Fortschritte messbar und nachweisbar bleiben.
Wie decareto Sie bei Barrierefreiheits-Audits für Unterseiten unterstützt
Wir bei decareto haben unsere Plattform genau für diesen Anwendungsfall entwickelt: vollständige, seitenübergreifende Barrierefreiheits-Audits, die auch komplexe Unterseiten zuverlässig erfassen. Statt stundenlanger manueller Prüfung erhalten Sie in Minuten einen strukturierten Report, der alle relevanten WCAG-, BITV- und BFSG-Kriterien abdeckt.
Das leistet decareto konkret für Ihre Barrierefreiheits-Audits:
- Vollständiges Unterseiten-Scanning: Wir crawlen und analysieren alle erreichbaren Unterseiten Ihrer Website, einschließlich passwortgeschützter Bereiche.
- KI-gestützte Analyse: Unsere Software erkennt Dutzende Barrieretypen, von fehlenden Alt-Texten über fehlerhafte ARIA-Attribute bis zu Kontrastproblemen, und orientiert sich an WCAG 2.1 und 2.2.
- Priorisierte Handlungsempfehlungen: Jedes gefundene Problem wird nach Schweregrad eingestuft und mit konkreten Hinweisen zur Behebung versehen, verständlich für Entwickler und Berater gleichermaßen.
- Dokumentation manueller Tests: Probleme, die automatisierte Tests nicht erfassen können, lassen sich direkt im Report dokumentieren und dem entsprechenden WCAG-Kriterium zuordnen.
- Kontinuierliches Monitoring: Wir überwachen Ihre Website dauerhaft und benachrichtigen Sie automatisch, wenn Änderungen neue Barrieren einführen.
- Barrierefreiheitserklärung: Aus den Scan-Ergebnissen generieren wir eine vorausgefüllte Barrierefreiheitserklärung mit allen gesetzlich geforderten Angaben.
- Whitelabel-Reports: Agenturen und Berater können Reports unter eigenem Logo direkt an ihre Kunden weitergeben.
Testen Sie unsere Accessibility-Software und führen Sie Ihr erstes Barrierefreiheits-Audit durch, oder erstellen Sie jetzt ein kostenloses Konto und prüfen Sie Ihre Website noch heute.
Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt und könnte Fehler beinhalten.
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